Geschichte

Wischmann Metall- und Fahrzeugbau GmbH & Co. KG ist einer der ältesten Familienbetriebe in Königs Wusterhausen. Das Familienunternehmen ist seit über 100 Jahren in der Nutzfahrzeugbranche tätig. "Mein Großvater hat die Firma 1907 in der Berliner Straße in Königs Wusterhausen gegründet" berichtet Bernd Wischmann, der seit 1976 das Unternehmen leitet. "Damals wurden Reparaturen an Gespannwagen und landwirtschaftlichen Geräten ausgeführt."

Nach einer Ausbildung im väterlichen Betrieb studierte Bernd Wischmann Maschinenbau an der Ingenieurschule in Wildau. Den Studienplatz bekam er erst beim zweiten Anlauf. "Ich konnte bei der Aufnahmeprüfung eine Frage zum Parteitag nicht beantworten", erinnert sich Wischmann. Da er aber seine Facharbeiterprüfung mit Auszeichnung bestanden hatte, wurde er schließlich doch noch zum Studium zugelassen.

Für private Handwerksbetriebe war die Situation in der DDR nicht einfach. So wurde beispielsweise die Größe eines Betriebes vom Staat festgelegt und unterlag nicht der freien unternehmerischen Entscheidung. Bei der Firma Wischmann durften zu DDR-Zeiten nicht mehr als 10 Mitarbeiter beschäftigt werden. Es stand auch nur ein bestimmtes Kontingent an Material und Ersatzteilen zur Verfügung, und die Anschaffung von Maschinen und Werkzeugen musste Jahre im Voraus geplant werden. Bernd Wischmann war daher nach Abschluss des Studiums zunächst als Ingenieur in verschiedenen volkseigenen Betrieben tätig, bevor er 1970 als Technischer Leiter in die Firma seines Vaters zurückkehrte und diese sechs Jahre später von seinem Vater Bernhard Wischmann übernahm.

Obwohl das Unternehmen in seiner langen traditionsreichen Geschichte schon oft umgezogen ist, blieben die Wischmanns Königs Wusterhausen stets treu.

Weitere Standorte waren die Cottbuser Straße, die Luckenwalder Straße in Königs Wusterhausen, die Karl-Marx-Straße in Niederlehme und schließlich seit 1999das Gewerbegebiet "Möllenberge" Königs Wusterhausen OT Niederlehme.

Heute reicht die Angebotspalette des Unternehmens von der Entwicklung von Spezialaufbauten, Koffer- und Pritschenaufbauten, Ladekrane, Ladebordwände, Absetz- und Abrollkipper für den Kommunalbereich  bis zum Komplett-Service für Nutzfahrzeuge mit Wartung und Instandhaltung von Lastkraftwagen (LKW) und Anhänger verschiedener Hersteller inkl. der gesetzlich vorgeschriebenen Untersuchungen SP/AU/UVV/57b/d/HU

Mittlerweile ist bereits die vierte Generation in der Geschäftsführung des Unternehmens vertreten. Seit 1996 leiten Bernd Wischmann und sein Sohn Knut gemeinsam den Familienbetrieb. Die Aufgabenbereiche sind klar getrennt: Knut Wischmann als studierter Betriebswirt und Kfz-Meister ist für die Betriebsführung und Werkstattplanung verantwortlich. Bernd Wischmann kümmert sich um den "handwerklichen" Bereich Fahrzeugbau mit fachlicher  Beratung der Kunden. Außerdem betreut er die Auszubildenden.

Die Aus- und Weiterbildung wird von den beiden Geschäftsführern als wichtiger Bestandteil der Sicherung des eigenen Fachkräftenachwuchses betrachtet. Da die Technik schnell voranschreitet, müssen sich die Mitarbeiter ständig weiter qualifizieren, berichtet Knut Wischmann.  Auch in die Ausbildung von Berufsanfängern wird viel investiert.  Es werden jährlich Metallbauer - Fachrichtung Fahrzeugbau, Kfz-Mechaniker - Nutzfahrzeuge, Lagerfachleute und Bürokaufleute bei der Wischmann Metall- und Fahrzeugbau GmbH & Co. KG ausgebildet.

„In der langen Firmengeschichte waren das weit über 300 Lehrlinge" erklärt Bernd Wischmann. Leider ist es mittlerweile gar nicht so leicht, geeignete Bewerber zu finden. Unzureichende Kenntnisse in den Grundlagenfächern und naturwissenschaftlichen Fächern wie  Mathematik und Deutsch sind dabei nur ein Grund. "Vielen fällt es schwer, acht Stunden am Stück zu arbeiten und sich an Regeln zu halten".

Königs Wusterhausen und die Region erwiesen sich in der langen Geschichte des Unternehmens stets als idealer Standort. Kunden und Geschäftspartner befinden sich hier in unmittelbarer Nachbarschaft. Die meisten Logistikunternehmen haben sich südlich von Berlin angesiedelt. Dabei ist die hervorragende Anbindung an die Autobahn A10 natürlich von Vorteil.

Zurzeit sind 22 Mitarbeiter bei der Wischmann Metall- und Fahrzeugbau GmbH & Co. KG beschäftigt. Die Fluktuation unter den Beschäftigten ist relativ gering. Aber selbst wenn einige sich entschließen, anderswo Erfahrungen zu sammeln: "viele kommen nach ein bis zwei Jahren wieder" berichtet sein Sohn Knut. Bei Wischmanns scheint die Arbeit also ganz offensichtlich Freude zu machen.